Nach einem jahrelangen Rückgang verzeichnen die Baugenehmigungen für Wohnungen in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2025 eine deutliche Erholung. Das ist eine Wende nach fünf Jahren. Im Jahr 2025 wurden laut IT.NRW 44.908 Wohnungen genehmigt, was einem Plus von 10,7 % gegenüber dem Vorjahr 2024 entspricht. Besonders stark war der Anstieg bei Einfamilienhäusern mit einem Plus von 21,4 % auf 7.152 Wohnungen. Auch die Genehmigungen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern stiegen, um 4,8 %.

In den ersten neun Monaten des Jahres 2025 wurden in Krefeld 320 Baugenehmigungen für Wohnungen erteilt. Das ist ein massiver Zuwachs im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, in dem es184 waren. Neuere Zahlen liegen nicht vor.
Die Stadtverwaltung hat die Bearbeitungszeit von Bauanträgen spürbar verkürzt. 75 % der Anträge werden nun innerhalb von drei Monaten genehmigt. Die durchschnittliche Bearbeitungszeit sank von 95 Arbeitstagen (2024) auf 67 Arbeitstage.
Diese erfreuliche Entwicklung wird von Immobilienverbänden positiv gesehen. Sie mahnen allerdings, das sollte nicht überbewertet werden. „Grundsätzlich ist eine positive Tendenz bei den Baugenehmigungen eine gute Nachricht, die uns aber nicht über den Ernst der Lage hinwegtäuschen sollte. Fakt bleibt: Es wird immer noch viel zu wenig gebaut. Und genehmigt heißt nicht begonnen. Der eingeschlagene Weg Bauen wieder einfacher und günstiger zu machen, muss konsequent weitergegangen werden“, wird der Präsident des Eigentümerverbands Haus & Grund Deutschland Dirk Salewski zitiert

Die Bundesregierung solle nun klare Signale geben durch erhöhte Steuerabschreibungen für den Wohnungsbau und ein verlässliches Zinsprogramm der KfW. Die zarten Anzeichen für einen Trendwechsel sollten flankiert werden mit weiteren Erleichterungen für die mittelständischen Unternehmen, die Wohnraum schaffen. Wirtschaftliche Spielräume sind bereits sehr eng und Verschärfungen im Mietrecht seien schädlich für Bestandssanierung und –erhalt. Baumaterialpreise steigen, Finanzierungen werden teurer – die Lage bleibe also angespannt.
Ein anderes Thema schneiden Die Haus- und Wohnungseigentümer an. Sie fordern die Bundesregierung auf, endlich das Heizungsgesetz der Ampelregierung abzuschaffen und das Gebäudemodernisierungsgesetz auf den Weg zu bringen. „Wenn die Regierung jetzt nicht zügig handelt, beginnen am 1. Juli erste Fristen des alten Heizungsgesetzes zu wirken. Dann könnte die 65-Prozent-Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien für viele zur Kostenfalle werden“, erläutert Haus & Grund-Präsident Kai Warnecke die Dringlichkeit. Es sei nicht die Zeit, aus parteitaktischen Gründen solch zentrale Gesetzesvorhaben, die Millionen von Bürgern betreffen, auf die lange Bank zu schieben. Warnecke: „Ich fordere insbesondere den Bundesfinanzminister auf, sich an den Koalitionsvertrag zu halten und den Weg für das Gebäudemodernisierungsgesetz freizumachen.“