Vorsicht, Diebstahl!

Das Schreiben sieht täuschend echt aus: Oben rechts ein fehlerfreies Logo des Beitragsservice von ARD und ZDF, links das aktuelle Datum und eine Beitragsnummer, dazu eine förmliche Anrede und eine formvollendete Behördensprache. Spätestens bis morgen seien€  55,08  zu überweisen. „Es wird Zeitdruck ausgeübt, das ist ein klassisches Mittel bei diesen Maschen“, analysiert Ralf Scherfling, Phishing-Experte der Verbraucherzentrale NRW. „Bei uns haben sich bereits zahlreiche Verunsicherte gemeldet, die das Schreiben erhalten haben.“ Vorsicht, es droht Diebstahl.

Betroffene sollten nicht antworten und auf keinen Fall bezahlen.

Die Verbraucherzentrale NRW nimmt diese neue Betrugsmasche zum Anlass ein paar grundsätzliche Sätze zu sagen. 

Wie erkennt man Betrug?
Wenn Zeitdruck aufgebaut wird. Gefordert wird eine Zahlung innerhalb eines Tages, das soll verhindern, dass potentielle Opfer das Schreiben in Ruhe prüfen. Zudem heißt es am Ende des Schreibens, Man sollen beim Onlinebanking die Option „Sofort-Überweisung“ wählen. Wer das tut, kann die Überweisung nicht stornieren und das Geld nicht zurückholen. Gleichzeitig wird eine Ersparnis angeboten, wenn man direkt für ein halbes oder ein ganzes Jahr überweist. Wichtig ist auch, sich die Absenderadresse anzuschauen.

Mit dem Logo des Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio wird behauptet, dass bisherige feste Zahlungstermine angepasst worden seien und man bis spätestens 12. Mai (also innerhalb eines Tages) den aktuellen Quartalsbeitrag überweisen müsse. Dafür wird weiter unten in der eMail ein deutsches Bankkonto angegeben. Das Konto gehört jedoch nicht zum Rundfunkbeitragsservice, sondern ist bei einer spanischen Bank mit deutscher Niederlassung eingerichtet worden. Ebenfalls falsch ist die Behauptung in der eMail, man bekomme Rabatt, wenn man direkt den Beitrag für ein halbes oder ganzes Jahr überweise. Beim echten Rundfunkbeitrag gibt es keinen Rabatt für bestimmte Zahlungsweisen. Wer den Sachverhalt nicht abschließend bewerten kann, sollte sich im Zweifel beim echten Rundfunkbeitragsservice erkundigen, zum Beispiel auf der Internetseite rundfunkbeitrag.de.

Wie schützt man sich grundsätzlich vor solchen Maschen?

Bei jeder Zahlungsaufforderung oder Identitätsüberprüfung sind einfache, aber wirksame Vorsichtsmaßnahmen ratsam:

Links prüfen: Die URL (Internetadresse) genau ansehen, vor allem auf Tippfehler, zusätzliche Zeichen oder ungewöhnliche Domain-Endungen achten. Diese sind Warnsignale. In diesem Fall verbirgt sich hinter „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“ keine Adresse, die auf „@rundfunkbeitrag.de“ endet.


Keine Links direkt in eMails, SMS oder Social Media öffnen. Hat man ein Konto bei dem betroffenen Dienst, lieber die echte Internetadresse manuell im Browser eingeben.
Wenn möglich nur Zahlungsmethoden nutzen, bei denen das Geld grundsätzlich zurückgebucht werden kann.

    Weiterführende Informationen:
    Mehr zur aktuellen Masche „Zahlungsplan Rundfunkbeitrag“:
    www.verbraucherzentrale.nrw/node/76907
    Hier geht es zum Phishing-Radar der Verbraucherzentrale NRW: www.verbraucherzentrale.nrw/node/6059

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