Ein Mann, der sich wie kaum ein anderer um die Stadt Krefeld verdient machte, hat das Zeitliche gesegnet. Der Krefelder Unternehmer und Gründer des Hauses der Seidenkultur, Hansgeorg Hauser, ist im Alter von 87 Jahren verstorben. Er hat sich in außergewöhnlicher Weise um Krefeld verdient gemacht, wie es in einem von der Pressestelle der Stadt verfassten Nachruf heißt.
„Mit dem Haus der Seidenkultur hat er einen Ort bewahrt, der Krefelds Identität als Stadt wie Samt und Seide auf besondere Weise prägt. Er war Herz und Seele des Museums und hat dazu beigetragen, dass unsere Stadt heute an vielen Stellen reicher an Geschichte, Kultur und lebendiger Erinnerung ist“, würdigt Oberbürgermeister Frank Meyer die Lebensleistung des Verstorbenen. „Begeistert hat mich dabei immer wieder seine Offenheit, seine Neugier und Experimentierfreude, sein wacher Blick für die kulturelle Landschaft.“

Hansgeorg Hauser erkannt früh, welch kostbarer Schatz sich hinter den Mauern der ehemaligen Paramentenweberei Gotzes verbarg, und er hat alles darangesetzt, ihn für Krefeld und die Region als historisches Zeugnis zu bewahren. Wer wissen möchte, wie Krefeld noch vor 100 Jahren klang, duftete, rüttelte und klapperte, der muss den Websaal im Haus der Seidenkultur besuchen, heißt es in dem Nachruf.
Das Engagement von Hansgeorg Hauser war oft ausgesprochen praktisch. Als das Haus der Seidenkultur 2011 wegen erheblicher Brandschutzmängel und statischer Probleme schließen musste, nahm er die Situation nicht einfach hin. Er organisierte, überzeugte, sammelte Spenden. und erreichte endlich, ass das Haus wieder seine Türen öffnen konnte und bis heute ein lebendiger Ort Krefelder Stadt- und Industriegeschichte ist.
Der Einsatz für Krefeld begann nicht erst mit dem Haus der Seidenkultur. Hauser hat sich kulturell und sozial für Krefeld in hohem Maße engagiert. Um das zu schildern sollen Stichworte reichen: vom Theater am Marienplatz über den Zoo, die Gemeinde St. Stephan bis hin zum Verein Kunst in Krefeld. Beim Abriss der alten Stadtbücherei setzte er sich persönlich dafür ein, eines der Keramik-Reliefs von Hubertus Brouwer zu retten. Auch hier zeigte sich seine Haltung: Er sah nicht einfach auf das, was verschwinden sollte, sondern fragte, was davon für Krefeld bewahrt werden muss. „Hansgeorg Hauser war ein Optimist mit Gottvertrauen, er konnte Menschen begeistern und für dieSache gewinnen. Er hat Menschen miteinander verwoben und daraus ein festes Band in der Stadtgesellschaft geschaffen“, sagt Frank Meyer.
Die Liste der Ehrungen ist lang: 1999 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen, 2012 das Stadtsiegel. Später folgten der Rheinlandtaler und 2024 in einer gemeinsamen Feierstunde im Rathaus die Verleihung der Stadtehrenplakette von Oberbürgermeister Frank Meyer an Hansgeorg Hauser. „All diese Auszeichnungen waren Anerkennung für ein Engagement, das niemals auf den eigenen Vorteil oder die eigene Sichtbarkeit ausgerichtet war, sondern auf die Kultur, das Zusammenleben, die Stadtgesellschaft“, betont der Oberbürgermeister. „Sein Tod hinterlässt eine Lücke … . Viele in Krefeld werden ihn als wichtige Stimme der Stadtgesellschaft, als klugen Kopf, als beharrlichen Streiter, als Kulturförderer, als Unternehmer und vor allem als jemanden in Erinnerung behalten, der sich einbrachte, wenn ihm etwas für unsere Stadt wichtig war. Hansgeorg Hauser wird Krefeld fehlen. Wir werden ihm ein dankbares und ehrendes Andenken bewahren.“