Stadtbad am „Tag des offenen Denkmals“

Das historische Stadtbad an der Neusser Straße soll bekanntlich wieder zu einem Ort der Begegnung werden.  Nun gibt es Gelegenheit, sich etwas davon anzusehen, nämlich am zweiten Sonntag im September, der zum bundesweiten „Tag des offenen Denkmals“ erklärt ist. In Krefeld öffnen sich dann einige Denkmäler. Erstmals dabei das, was vom Stadtbad erhalten ist und was sich da schon eingenistet hat. In der Zeit von 11 bis 17 Uhr können an diesem Tag die historischen Räume im Erdgeschoss des Hauptgebäudes, dazu gehören der Wandelgang und der Bädertrakt, frei und ohne Anmeldung betreten werden. Dort ist z.B. die Ausstellung „Deep Blue“ der Krefelder Künstlergruppe „artonauti:X“ zu sehen, die sich mit dem Gebäude und seiner ehemaligen Funktion als Schwimmbad künstlerisch  auseinandersetzt. Auch das Freibad-Gelände ist an diesem Tag zugänglich – der Verein „freischwimmer“ sorgt dort und im Wandelgang für Erfrischungen.

Die Vision der Planer

Die Stadtverwaltung sagt außerdem zehn halbstündige Kurzführungen an und schafft so für insgesamt 180 Personen die Möglichkeit, die historischen Wannenbäder und das Kaiserbad zu besuchen. Dieser Bereich ist für den offenen Publikumsverkehr gesperrt. Für die Führungen ist eine Anmeldung über die Webseite der Volkshochschule notwendig (www.vhs.krefeld.de, Stichwort „Stadtbad“). Wer sich dazu entschließt hat einen Helm zu, denn es handelt sich um eine Baustelle. Helme werden gestellt. Treffpunkt für die Führungen ist der Stadtladen, das Ladenlokal an der Neusser Straße 58 bis 60. Besucher ohne eine Anmeldebestätigung können an den Führungen nicht teilnehmen, aber das Erdgeschoss und das Freibad-Gelände besichtigen.

Das Stadtbad wurde 1890 eröffnet und offerierte mit seinen Wannenbädern, seinen beiden Schwimmhallen und den irisch-römischen Bädern viele Jahrzehnte etwas, was man heute vermissen mag.

Erinnerungen und Geschichten ranken sich um das öffentliche Bad, das zum Bedauern der Bevölkerung 2003 endgültig geschlossen werden musste. Wer aus dieser Zeit stammt, sagt ihm ungebrochener Beliebtheit nach. Dafür hatte die Stadtverwaltung ein offenes Ohr und lässt die Anlage sanieren mit Fördermitteln des Bundes. Die allein reichen nicht ganz und Mittel der Stadt sind bekanntlich sehr knapp. Auch der  Verein „freischwimmer“ ist involviert und will eine soziokulturelle Nutzung erreichen.  Für das Hauptgebäude ist ein Jugendkulturhaus und  Quartierszentrum vorgesehen, wie hier berichtet.

Zum Tag des offenen Denkmals öffnen insgesamt 6.500 Denkmäler in Deutschland ihre Türen. In Krefeld können neben dem Stadtbad das ehemalige Produktionsgebäude der Vereinigten Seidenwebereien AG, die evangelische Markuskirche, die historische Hausbrauerei und Traditionsgaststätte „Herbst Pitt“, das Landgericht, der Landschaftspark Heilmannshof und der Saal X besichtigt werden. Die Webseite https://tag-des-offenen-denkmals.de informiert über die Öffnungszeiten.

Erste Einblicke in die aktuelle Ausstellung im Erdgeschoss des Stadtbads gibt es auf der Seite der Künstlergruppe: https://artonautix.de.

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