In den nordrhein-westfälischen Beherbergungsbetrieben ist die Zahl der Gästeankünfte im Juli 2026 mit rund 2,37 Millionen um 9,6 % höher ausgefallen als im Juli 2025. Damals wurden rund 2,17 Millionen Ankünfte verzeichnet. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anhand vorläufiger Ergebnisse mitteilt, stieg gleichzeitig die Gesamtzahl der Übernachtungen auf rund 5,34 Millionen (Juli 2025: 5,08 Millionen). Dies entspricht einer Zunahme von 5,2 %. Der Juli 2026 ist seit Erhebungsbeginn der Juli mit den meisten Übernachtungen und Ankünften.
Im Juli 2026 lag die Zahl der Ankünfte von Gästen aus dem Ausland mit knapp 0,6 Millionen um 12,6 % höher als im Juli 2025 (damals: 0,53 Millionen). Bei den Übernachtungszahlen von ausländischen Gästen gab es mit knapp über 1,2 Millionen Übernachtungen einen Anstieg um 10,9 % zum Juli 2025 (damals: 1,1 Millionen). Der Anteil ausländischer Gäste betrug im Juli 2026 rund 25,1 %. Die Übernachtungen ausländischer Gäste hatten einen Anteil von rund 23,1 % an den Übernachtungen insgesamt.
Neuer Tarifvertrag
Wie gleichzeitig bekannt wird, haben der Arbeitgeberverband DEHOGA Nordrhein-Westfalen und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) sich nach – wie die Arbeitgeber sagen – sehr schwierigen Verhandlungen in der dritten Runde auf einen neuen Tarifabschluss für das Gastgewerbe verständigt. Die Vereinbarung schafft Planungssicherheit bis Mitte 2028. Die Löhne steigen in drei Stufen: Zum 01.0.26 um 2,2 %, zum 01.01.27 um 2,6 % und zum 01. 01. 28 noch einmal um 2,2 %. Der tarifliche Einstiegslohn beträgt nach derzeitiger Regelung €14,40.
Auch Auszubildende profitieren von dem Abschluss. Die Ausbildungsvergütungen steigen zum 01. 10.26 und zum 01. 08. 27 jeweils um € 20,-. Damit erhalten Auszubildende im dritten Ausbildungsjahr künftig € 1.420 beziehungsweise € 1.440 monatlich. Der Ausbildungstarifvertrag läuft ebenfalls 24 Monate und soll auf gemeinsamen Antrag für allgemeinverbindlich erklärt werden.
Gastgewerbe als Jobmotor
Das Gastgewerbe in Nordrhein-Westfalen befindet sich weiterhin in wirtschaftlich turbulenten und herausfordernden Zeiten. Die Branche steht nach wie vor unter erheblichem Kosten- und Wettbewerbsdruck. Der Mindestlohn wurde zum 01.01.26 auf €13,90 erhöht und wird zum 01.01.27 auf € 14,60 steigen. Das bedeutet eine Erhöhung innerhalb eines Jahres von fast 14 %. Ebenso ist nach Zahlen der Arbeitsagentur der Medianlohn im Gastgewerbe zwischen 2020 – 2025 um rund 38 % gestiegen, bei gleichzeitig zu konstatierender Konsumzurückhaltung. Die realen Umsätze in 2025 lagen nach Zahlen von IT NRW um 14,9 % unter denen von 2019.
Im nordrhein-westfälischen Gastgewerbe sind aktuell rund 425.000 Personen beschäftigt. Der Tarifabschluss betrifft damit einen der beschäftigungsstärksten Dienstleistungsbereiche des Landes, die sich auch als Beschäftigungsmotor erweist. Gastronomie und Hotellerie in NRW haben im Vergleich zu den Corona-Jahren mehr als 100.000 neue Beschäftigungsverhältnisse geschaffen. Es arbeiten heute in der Branche wieder so viele Menschen wie vor der Pandemie, sagt der Arbeitgeberverband.