Sichere Innenstadt kommt

„Sichere Innenstadt“ ist das Motto, unter dem sich die Polizei in der Stadt neu aufstellt. Sie reagiert damit gezielt auf Themen, die aktuell bewegen und die gut gesinnte Bevölkerung umtreiben. Mit umfassenderen und häufigeren Einsätzen werden noch mehr Kräfte  dorthin gebracht, wo Handlungsbedarf besteht. Ziel des Konzepts ist es, polizeiliche Kompetenz bei der Kriminalitätsbekämpfung, Verkehrsunfallschutz und Einsatzwahrnehmung  enger miteinander zu vernetzen, um den Sicherheitsbedürfnissen gerecht zu werden. Das bedeutet zum Beispiel, dass uniformierte Kräfte Kontrollen der offenen Drogenszene durchführen und zeitgleich die Kriminalpolizei zur Bekämpfung der Drogenkriminalität Wohnungsdurchsuchungen vollzieht.

Foto zeigt die Polizeikelle, Halt heißt halt, ganz sicher
Ein Halt heißt alt, ganz sicher

Dem Konzept sind umfassende Auswertungen vorausgegangen. Dabei wurden unter anderem Einsatzahlen, Lagebilder, Beschwerden von Bürgern und Erkenntnisse zu Straftaten analysiert. Auf dieser Grundlage wurden aktuelle Schwerpunkte in der Krefelder Innenstadt identifiziert und bestehende polizeiliche Maßnahmen weiterentwickelt.

Präsenzstreifen hinter dem Hbf

Der südliche Bereich hinter dem Hauptbahnhof stellt mit seinem täglichen Publikumsverkehr einen besonders öffentlichkeitswirksamen Raum dar. Zur Steigerung des Sicherheitsempfindens setzt die Polizei Krefeld gemeinsam mit dem kommunalen Ordnungsdienst bis Mitte Dezember regelmäßige Präsenzstreifen zu den relevanten Zeiten ein. So wird die sichtbare Präsenz und Ansprechbarkeit von Polizei und kommunalem Ordnungsdienst in dem besonders stark frequentierten Zeitraum im Nachmittags- und frühen Abendbereich noch einmal besonders intensiviert.

Die bewährte und gut funktionierende Kooperation und Zusammenarbeit mit dem Kommunalen Ordnungsdienst (KOD) sowie weiteren Ordnungspartnern wird weiter ausgebaut. Ziel ist es, Entwicklungen von Ordnungsstörungen und Straftaten noch früher zu erkennen, Maßnahmen gezielter zu koordinieren und gemeinsam das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum nachhaltig zu stärken. „Unser Anspruch ist klar“, so Kriminaldirektor Michael Graf von Moltke, dem zurzeit die Vertretung der Behördenleitung der Polizei obliegt. „Wir wollen, dass sich alle Menschen in Krefeld sicher fühlen können – im Alltag, auf öffentlichen Plätzen und auf ihrem Weg durch die Stadt.“

Auftakt des Konzepts

Der gestrige Einsatz (26. Oktober) war erst der Auftakt des neuen Konzeptes. Bis in die Nacht hinein war die Polizei acht Stunden lang mit vielen eigenen Kräften, dem Kommunalen Ordnungsdienst, dem Ausländeramt und der Bundespolizei in der gesamten Innenstadt im Einsatz. Dabei kontrollierten die Beamten neun Cafés und Shishabars, außerdem mehrere Örtlichkeiten in der Innenstadt, darunter den Karlsplatz und den Bereich hinter dem Hauptbahnhof. Zivile Kräfte der Kriminalpolizei durchsuchten zwei Wohnungen zur Bekämpfung der Drogenkriminalität. Auf den Straßen zwischen den vier Wällen waren die Kräfte der Direktion Verkehr unterwegs und widmeten sich intensiv möglichen Verstößen von Leuten, die mit eScootern unterwegs waren.

„Insgesamt haben wir in den Gewerbeobjekten und auf den Straßen rund 140 Personen kontrolliert“, so Polizeidirektor Stefan Bauerkamp, der den Einsatz leitete. Hinzu kommen circa 50 kontrollierte Fahrzeuge, darunter 34 eScooter.

Vier Haftbfehle vollstreckt

Vier ausstehende Haftbefehle konnten die Beamten vollstrecken. Eine Person wurde nach einem beobachteten Handel mit Betäubungsmitteln festgenommen. Die Polizei schrieb neun Strafanzeigen wegen Drogenhandels, Steuerhinterziehung (illegales Glücksspiel), des Verdachts des illegalen Aufenthalts und Verstößen gegen die Abgabenordnung.

In einer Shishabar wurden rund 4 kg unverzollter Tabak sichergestellt, bei den Kontrollen auf der Straße wurden mehrere Verkaufseinheiten Kokain gefunden. Im Rahmen der Wohnungsdurchsuchungen konnten keine Drogen gefunden werden, die Beamten fanden aber ein verbotenes Springmesser und einen Teleskopschlagstock. Außerdem ahndete die Polizei im Rahmen der Gewerbekontrollen zwei Ordnungswidrigkeiten im Zusammenhang mit illegalem Glücksspiel.

Alle sollen sich sicher fühlen

Im Straßenverkehr kamen 41 Ordnungswidrigkeiten hinzu und zwei weitere Strafanzeigen, darunter wegen eines nicht versicherten eScooters und einer Urkundenfälschung: Hier war das Kennzeichen mit einem Filzstift übermalt worden, um die Lesbarkeit zu erschweren. Ein eScooter erwies sich als gestohlen.

Die Ordnungspartner ahndeten außerdem 17 Gewerbeverstöße in Form von Ordnungswidrigkeiten: Verstoßen wurde dabei gegen das Jugendschutzgesetz, das Nichtraucherschutzgesetz und das Arzneimittelgesetz.

Stefan Bauerkamp zieht eine positive Bilanz zum ersten Einsatz im Konzept „Sichere Innenstadt“: Das war ein guter Auftakt. Wir und unsere Netzwerkpartner stecken ab sofort noch mehr Personalstärke in die Themen, die die Menschen in unserer Stadt bewegen. Damit sich jeder und jede, die in Krefeld lebt, sicher fühlen kann.

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