Aus für Rhein und Ruhr

Die Stadt München bewirbt sich für Deutschland um die Olympischen und Paralympischen Spiele, wofür in diesem  Jahrzehnt Bewerbungen noch möglich sind Das hat eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) am Samstag in Baden-Baden entschieden. Die Bewerbung der Region Rhein-Ruhr mit der „Leading City“ Köln ist damit  erledigt. Beim gemeinsamen „Rudelgucken“ derer, die aus unserer Region in Baden-Baden dabei waren, wurde das mit Enttäuschung aufgenommen, heißt es in einer Mitteilung von Presse und Kommunikation. „Dennoch gingen auch sofort Glückwünsche nach München.“

Mit 14 anderen Städten hatte Krefeld sich darum beworben, Veranstalter von Wettbewerben der Olympischen und Paralympischen Spiele entweder 2036, 2040 oder 2044 zu werden. Oberbürgermeister Frank Meyer wird in dem erwähnten Text mit den Worten hierzu zitiert: „Am Ende hat es nicht ganz gereicht. Wir sind faire Sportsleute, deshalb geht erst einmal ein großer Glückwunsch nach Bayern. Natürlich halten wir auch über die Bewerbung hinaus zusammen und werden München gerne dabei unterstützen, Olympia nach Deutschland zu holen. Ich danke allen, die sich in den vergangenen Jahren hier in Krefeld und in der Region für das Thema engagiert haben. Das hat uns auch als Kommunen noch mal enger zusammengebracht. Von der positiven Stimmung der Bewerbungsphase wird einiges bleiben.“

Mit Köln als „Leading City“ war die Region Rhein-Ruhr in den nationalen Wettbewerb um eine Olympiabewerbung gegangen – und warb z.B. mit 17,6 Millionen Tickets, kurzen Wegen und einem konsequenten Bekenntnis zur Nachhaltigkeit mit 100 Prozent bestehenden und temporären Sportstätten. Die Evaluierungskommission, die vorab die Konzepte der Bewerber Berlin, München und Rhein-Ruhr geprüft hatte, sah die Region u.a. bei der Unterbringung  der Wettkampfteilnehmer, beim EventpotenTial und bei der internationalen Strahlkraft vorne.

Foto: Philipp Maas, Chefredakteur
Philipp Maas, Chefredakteur

Dass München das Rennen machte, nachdem Berlin seine Bewerbung zurückzog und die Hamburger Bevölkerung es ablehnte, dass die Hansestadt sich bewarb, wirft ein bezeichnendes Licht auf unsere gesellschaftliche Situation. Man hat München genommen, weil hier schon zwei Mal bewiesen wurde, dass man Olympia kann. Mal eine Region an den Schlag zu lassen, die das gerne bewiesen hätte, hat man sich nicht getraut. Ich denke, das war ein Fehler. Das wird sich möglicherweise noch beweisen. Denn München geht in ein internationales Rennen mit Doha, Istanbul, Kapstadt, der neuen ägyptische Hauptstadt  und Santiago de Chile. Da sieht München mit schon zweimal Ausrichter blass aus. Rhein-Ruhr hätte da eher eine Chance gehabt: siehe internationale Strahlkraft.

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