Corona-Restriktionen verschärft

Die Stadtverwaltung Krefelds verschärft ab Montag die Maßnahmen, von denen angenommen wird, dass sie das Infektionsgeschehen günstig beeinflussen. Anlass ist ein massiver Anstieg der registrierten Corona-Infektionen. 

Die neuen Regeln betreffen das öffentliche Leben und die Schulen, die Kultur und den Einzelhandel. Die Vorschriften treten, sofern sie vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales genehmigt werden, sämtlich am Montag, 19. 04.21, 0 Uhr, inkraft. Ab diesem Zeitpunkt gilt im gesamten Stadtgebiet eine Ausgangssperre, die jeweils von 21 Uhr abends bis fünf Uhr morgens wirksam ist. In dieser Zeit dürfen Bürger nur aus triftigem Grund das Haus verlassen.

In einem weiteren Schritt wird die Maskenpflicht auf öffentliche Grünflächen ausgeweitet. Das bedeutet, dass Spaziergänger unter anderem im Stadtwald, am Elfrather See, auf dem Rheindeich und in Parks jederzeit eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen haben. Die Maskenpflicht in den Fußgängerbereichen der Innenstadt und der Stadtteile besteht selbstverständlich weiter. Die Option des „Click & Meet”, mit dem im Einzelhandel bei negativem Test Einkäufe möglich waren, gilt ab Montag nicht mehr. Lediglich das Abholen bereits bestellter Waren bleibt möglich, ebenso die Lieferung und Abholung von Speisen und Getränken in der Gastronomie. Die Aussetzung der Parkgebühren wird ebenfalls bis mindestens 26. April verlängert.

Als Konsequenz aus den steigenden Infektionszahlen sind die städtischen Kultureinrichtungen ab Montag ebenfalls wieder geschlossen. Lediglich der Zoo bleibt als Freilufteinrichtung geöffnet. Es gibt jedoch Absprachen, dass der Zoo eigenständig eine Maskenpflicht einführen wird und eine Testpflicht für das Gelände prüft.

Die Schulen werden am Montag nicht in den Präsenzunterricht zurückkehren. Für mindestens eine weitere Woche sollen die Schüler Distanzunterricht erhalten – ausgenommen sind lediglich die Abschlussklassen. Für die Klassen 1 bis 6 wird eine Notbetreuung angeboten, mit der klaren Betonung auf „Not”. „Ich appelliere an die Eltern, dass wirklich nur Angehörige systemrelevanter Berufsgruppen von diesem Angebot Gebrauch machen”, betont Stadtdirektor Markus Schön. Auch die Kita-Kinder sollen nach Möglichkeit zu Hause bleiben, selbst wenn für diesen Bereich zunächst am eingeschränkten Regelbetrieb festgehalten wird. Die Stadt hofft hier Auf Erlasse der Staatskanzlei in Düsseldorf. Um Verwirrung zu vermeiden, wurde auf lokale Maßnahmen verzichtet. Sollte sich das Land nicht äußern, wir die Stadt die Sache in die Hand nehmen.

Keine neuen Regelungen gelten für den Krefelder Sport. Hier soll weiter für Einzelpersonen, Mitglieder des gleichen Hausstands und Trainingsgruppe von bis zu zehn Personen die sportliche Aktivität im Freien möglich bleiben. „Die Regeln in diesem Bereich sind bereits sehr stringent und werden im Krefelder Sport auch verantwortungsvoll gelebt. Deshalb bleibt es hier zunächst bei der bisherigen Regelung”, erklärt Markus Schön, der auch Sportdezernent ist.

Die neuen Maßnahmen werden flankiert durch stärkere Kontrollen, wie Ordnungsdezernent Ulrich Cyprian erläutert. Der Kommunale Ordnungsdienst wird deshalb durch Mitarbeiter aus anderen Verwaltungsbereichen verstärkt. Auch die Kontrolle von Quarantänen, die das Gesundheitsamt auferlegt, soll ausgebaut werden.

Die Kliniken bereiten sich auf die Aufnahme weiterer schwerkranker Covid-Patienten vor. Es gibt dazu einen Erlass des Landes, planbare Operationen vorläufig zu verschieben. „Die Krankenhäuser sind zudem gehalten, die Zahl ihrer Intensivbetten möglichst zu erweitern und eine Aufnahmereserve von mindestens zehn Prozent ihrer Kapazität für Corona-Patienten vorzuhalten”, erklärt Gesundheitsdezernentin Sabine Lauxen. Allerdings ist zur Zeit die Situation in den Krankenhäusern relativ entspannt. aktuell sind 44 Personen aus Krefeld mit einer Corona-Infektion hospitalisiert. 14 davon befinden sich auf Intensivstation, sieben von ihnen werden beatmet.

Die Impfkampagne läuft derweil weiter, durch geringe Liefermengen aber nicht im erwünschten Tempo. So werden in Krefeld in der kommenden Woche lediglich 4000 Dosen für das Impfzentrum erwartet. Gleichwohl sind die Jahrgänge 1944 und 1945 ab sofort aufgefordert, ihre Termine über die bekannte telefonische Hotline 116 117 bei der Kassenärztlichen Vereinigung zu buchen.

Ein Grund für den Anstieg der registrierten Neuinfektionen wird die Ausbreitung der Mutationen vermutet. Sie machen in Krefeld inzwischen 61,5 Prozent aller Neuansteckungen aus. Von zuletzt 276 untersuchten Abstrichen enthielten 158 Proben die britische Variante des Virus’, zwölf die südafrikanische Mutation. Für Schnelltests sind in Krefeld weiterhin 115 Testzentren in Betrieb. Dem Wunsch von Dienstleistern, zum Beispiel Friseuren oder Fußpflegern, eigene Teststellen einzurichten, erteilte die Gesundheitsdezernentin eine Absage: „Als Testzentren fungieren weiterhin nur die Stellen, die wir als Stadt genehmigt haben.”

Die Sieben-Tage-Inzidenz hat in Krefeld die 200er-Marke überschritten. Sie liegt bei jetzt 208,9, nachdem sie am Vortag bei 191,3 lag. 

85 neue Corona-Infektionen verzeichnet der städtische Fachbereich Gesundheit am Freitag, 16. April (Stand: 0 Uhr). Die Gesamtzahl bestätigter Fälle liegt jetzt bei 9.294. Als aktuell infiziert gelten 649 Personen, 69 mehr als am Vortag

Aus dem Bereich Kindertageseinrichtungen (Kitas) und Schulen werden neue Corona-Infektionen gemeldet: Im Familienzentrum Dieselstraße gibt es einen neu bekannt gewordenen Fall. In der Kita Bischofstraße gibt es in zwei verschiedenen Gruppen drei Fälle. Einen neuen Corona-Fall gibt es am Gymnasium Horkesgath.