Dr. Herbert Ebertz ist tot

Fot_1360265202.ebertz1Er starb am 6. Februar im Alter von 72 Jahren nach einer schweren Krankheit. Mit ihm ging ein Mann, der wie kaum ein anderer Visionen Wirklichkeit werden lassen konnte.

Herbert Ebertz ist promovierter Volkswirt und hat in Köln studiert. Geboren wurde er in Neuss. In die Hotellerie stieg er ein in den siebziger Jahren, als er die Reste der Dorniedischen Hotelgesellschaft in Mönchengladbach aufsammelte. Die Hotels des rheinischen Möbelhändlers Dornieden waren in eine Krise geraten und standen vor der Liquidation. Übrig geblieben waren drei Hotels und drei Direktoren: Ulrich Schmitz, Ernst Miebach und Rolf D. Wilczek. Ihre Kompetenz hat Herbert Ebertz veranlaßt, auf die Hotellerie zu setzen, wie er  einmal im Gespräch mit dem Autor dieses Beitrags bemerkte; Dorint hat er dann auf einen Spitzenplatz in Deutschland geführt und an den französischen Multi Accor S.A. verkauft.

1995 wurde ihm die Auszeichnung Hotelier des Jahres zuteil, verliehen von der im Deutschen Fachverlag erscheinenden ngz, der Hotelier, eine Ehrung, die er als Immobilienmann anahm, von der er aber immer sagte, daß sie eigentlich den Direktoren der damals 48 Dorint Hotels gebühre. Er erhielt den Award im Bereich Konzernhotellerie als Aufsichtsratsvorsitzender der Dorint AG und größter Anteilseigner. In Gladbach war er damals „Mr. Dorint“.

Aber die Hotellerie war nur ein Teil seines Firmenimperiums. Allein in den neuen Bundesländern investierte sein Unternehmen Ebertz & Partner eine Milliarde Euro (geschätzt), auch in andere gewerbliche Immobilien

Dabei blieb der Tycoon immer Mensch, weder einem Plauderstündchen noch einer Runde auf dem Golfplatz abgeneigt. Es gab auch Zeiten, da er von der Schwierigkeit, für Investitionen angesammeltes Kapital los zu werden, berichten konnte, z.B. bei der Eröffnung des Dorint Hotels in Dresden. Später änderte sich das. Und auch Herbert Ebertz wurde nicht von der Erfahrung verschont, daß Freunde in der Not selten sind. Die ihm auch da die Treue hielten – für sie und seine Familie – ist der Verlust besonders schmerzlich.

 

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