Einblick bei Zalando

Der online Modeversender, der in Mönchengladbach ein weiteres Logistikzentrum eröffnen will, gibt einen kleinen Einblick in die Geschäftsentwicklung. Über kein Startup gehen die Meinungen weiter auseinander als über Zalando. Die einen halten es für das wohl spannendste deutsche Web-Projekt überhaupt, welches das Zeug habe, klassische Versandriesen in die Bredouille zu bringen. Andere meinen, es sei eine Fata Morgana. Es werde nur Geld verbrannt und wegen der exorbitanten Retourenquote könne Gewinn nicht entstehen.

Im Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ nennen die Gründer eine Zahl. Es gehen rund 50 Prozent aller Waren zurück. Anderes bleibt unter der Decke: Die drei Zalando-Gründer David Schneider, Robert Gentz und Rubin Ritter antworten auf die Frage, ob bereits 2012 die Umsatzmilliarde geknackt worden sei? “Wir machen gerade unseren Jahresabschluss, insofern müssen Sie sich noch etwas gedulden. Soviel kann ich sagen: Es sieht gut aus mit der Umsatzmilliarde. 2013 werden wir weiter wachsen”, erklärt Ritter.

Der Auslandsanteil am Zalando-Business wird mit 50 Prozent angegeben. Konkrete Angaben, wie viel Geld die Investoren Rocket Internet, Tengelmann, von Holtzbrinck und Kinnevik in den Web-Shop gesteckt haben, sind nicht zu bekommen. Von anderer Seite wurden letztlich 600 Millionen Euro genannt.

Mit solchen Investitionen und einen Umsatz unter einer Milliarde Euro ist es kaum möglich, das Startup an einen Investor zu verkaufen, wie es sonst mit jungen Web-Unternehmen passiert. Die Kapitalgeber haben den Shop einmal mit  2,8 Milliarden Euro bewertet. Das riecht nach Börsengang. Dafür müsste aber erstmal eine Bilanz auf den Tisch. Inzwischen bemüht man Amazon. Auch der heutige Web-Riese verbrannte viele Jahre Geld, weil Wachstum wichtiger als Gewinn war. Heute ist das Unternehmen längst einer der mächtigen Internet-Konzerne.

 

 

Schreibe einen Kommentar