Der Niedriglohnbereich ist weiter verbreitet als man gemeinhin annimmt. Nach Berechnungen auf Basis der Verdiensterhebung lagen rund 1,5 Millionen Beschäftigungsverhältnisse in Nordrhein-Westfalen im April 2025 unter der bundeseinheitlichen Niedriglohnschwelle von € 14,32 brutto pro Stunde. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt mitteilt, entsprach dies einem Anteil von fast 18 % an allen Jobs in NRW. Von diesen Niedriglohnjobs entfielen mehr als 1,3 Millionen, also rund 88 %, auf den Dienstleistungsbereich. Fast 0,9 Millionen bzw. beinahe 57 % der Jobs im Niedriglohnbereich wurden von Frauen ausgeübt.
Die höchste Anzahl von Beschäftigungsverhältnissen im Niedriglohnbereich finden sich in NRW im Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen, wo 325.000 Jobs in diese Kategorie fallen das Gastgewerbe mit 214.000 Jobs und der Bereich Erbringung von sonstigen wirtschaftlichen Dienstleistungen mit 208.000 Jobs folgen
Sehr junge und auch ältere Beschäftigte müssen sich häufig mit wenig Einkommen zufrieden geben. Innerhalb der Gruppe der Beschäftigten bis unter 25 Jahre erhielten 44 % einen Stundenlohn unterhalb der Niedriglohnschwelle. Auch Beschäftigte im Alter von 65 oder mehr Jahren sind besonders stark betroffen, hier betrug der Anteil 40 %.
Angesichts dieser Zahlen gewinnt die Diskussion um die Rente, die nach Erreichung der Altersgrenze gezahlt wird, einen weiteren Aspekt. Niedriglohn heißt niedrige Rente. Diese ist in Deutschland sowieso auf einem erbärmlichen Niveau im Verhältnis zu anderen entwickelten Volkswirtschaften. Dort hat man sich vom Umlageverfahren schon viel früher verabschiedet. Das kann nur funktionieren, bei Zuwachsraten des BIP von 5% und mehr pro anno. Die gibt es schon seit den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts nicht mehr in Deutschland.
Und noch eine weitere Anmerkung: Niedrige Löhne sind ein Kennzeichen einer nicht prosperierenden Volkswirtschaft.