Turmuhr läuft wieder

Die Restaurierung der historischen Turmuhr des Land- und Amtsgerichts Krefeld ist abgeschlossen. Mit einem Autokran wurde heute (27.10.20) Vormittag die goldplatinierte Uhr an ihren angestammten Platz in 35 m Höhe angebracht. Nun kreisen die Zeiger wieder, und der Zeitanzeiger über den Dächern der Stadt erstrahlt in frischem Glanz.

Im Sommer startete der Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes Nordrhein-Westfalen (BLB NRW) die Sanierung in Abstimmung mit der zuständigen Denkmalbehörde. Spezialisten aus der Nähe von Pforzheim in Baden-Württemberg holten die Turmuhr in Krefeld ab und brachten sie dorthin, um die rund 100 Jahre alte Uhr, an der im Laufe der Zeit durch Witterungseinflüsse Beschädigungen an Ziffernblättern und Zeigern entstanden waren, zu erhalten. Die vier Ziffernblätter und acht Zeiger wurden denkmalkonform aufgearbeitet, wobei ein passender Farbton gefunden wurde, um das Aussehen detailgetreu zu bewahren. Neu hingegen ist, dass jedem Ziffernblatt ein eigenes Uhrlaufwerk im Innern eingebaut wurde, das über eine zentrale DCF 77 Funksteuerung mit den anderen Zeigern verbunden ist. Damit ist die Turmuhr in alter Pracht erhalten, technisch auf dem neuesten Stand und auf die Sekunde genau, funkgesteuert.

Zur Erinnerung: Land- und Amtsgericht in Krefeld ist ein beispielhafter Bau für die architektonische Entwicklung von Justizbauten im Rheinland. 1889 wurde das Amtsgericht an der Steinstraße errichtet. 1906 erfolgte die wesentliche Erweiterung um das Landgerichtsgebäude am Nordwall. Die Verbindung zwischen den beiden Gebäudeteilen bildet der knapp 44 m hohe Turm mit quadratischem Grundriss, Uhrenaufsatz und schiefereingedecktem Zeltdach. Wie die anderen Gebäudeteile besteht der Turm teils aus Ettringer Tuffstein, teils aus Dorlaer Muschelkalk.

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