Wie sollte Krefeld eigentlich sein?

Das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) und die Bertelsmann Stiftung haben sich darum gekümmert, wie urbanes Leben gedeihen könnte. Dabei hat sich herausgestellt, dass eine „urbane Wildnis“  erstrebenwert sei. Für die Befragung wurden neun Zukunftsvisionen zur Diskussion gestellt. Diese beschrieben vereinfacht, wie die Stadt der Zukunft organisiert und beschaffen sein könnte. Wohin soll sich die (Stadt-)Gesellschaft entwickeln, und wie soll sie organisiert sein? Abgefragt wurden positiv geprägte Zukunftsbilder für die Stadt von morgen. Der nicht weggeräumte Dreck, zu wenig angemessener, ausreichender und bezahlbarer Wohnraum stellten sich als Kritikpunkte heraus und ein als „Sharing City“ bezeichnetes Modell fand keinen Anklang. Das soll weniger Besitz und Konsum, sondern teilen und leihen anstatt kaufen beinhalten, also so etwas, was im Sozialismus schon mal probiert wurde. Und es hat sich herausgestellt: „Um das große Thema Nachhaltigkeit in die praktische Politik der Kommunen zu integrieren, braucht es die Unterstützung der Bevölkerung“, so Projektleiterin Dr. Jasmin Jossin vom Difu, die die Befragung konzipiert und die Ergebnisse in einem Monitorbericht aufbereitet hat. „Die Bürgerschaft in den Städten lässt sich aber nicht allein durch Negativszenarien, wie den Folgen des Klimawandels, mobilisieren. Vielmehr ist sie auch auf positiv besetzte Zielvorstellungen angewiesen.“ In der Reihenfolge, was bevorzugt wird folgt der Zukunftsvision der „urbane Wildnis“ die „abfallfreie Stadt“. An dritter Stelle wird „Wohnraum für alle“ genannt.

Was sich noch herausstellte: Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind Klimafragen am wichtigsten. Die Vorstellungen der jungen Menschen im Alter von 14 bis 27 Jahren unterscheiden sich in einigen Aspekten deutlich von denen der befragten Gesamtbevölkerung. Klima, Umwelt und Energie sind ihnen besonders wichtig. Auch die Vision der „selbstversorgenden Stadt“ findet bei ihnen Zuspruch. Ebenfalls wichtig ist dieser Altersgruppe die „autofreie Stadt“. Es werden deutlich häufiger soziale Themen und das gesellschaftliche Miteinander thematisiert. Direktdemokratische Forderungen finden sich in dieser Altersgruppe auch mehr als sonst. 

Dazu passt ein Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2022“, an der sich bis zum 31. März 2022 Kommunalverwaltungen beteiligen. Es ist ein Wettbewerb des Bundesumweltministeriums und des Deutschen Instituts für Urbanistik. Gesucht werden innovative Klimaschutzprojekte. Gewinner erhalten je € 25 000,-. 

Alle Kommunen deutschlandweit sind aufgerufen. Hier geht es zu der dafür notwendigen internetadresse: www.klimaschutz.de/wettbewerb2022

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