Die Stadtverwaltung hat nun eine „Kommunalen Wärmeplanung“ vorgelegt, die im Klimaausschuss des Stadtrats (22. April, 17 Uhr, Rathaus, Raum C2) sowie im Stadtrat (3. Juni, 17 Uhr, Seidenweberhaus) präsentiert wird. Die Planung folgt damit der gesetzlichen Verpflichtung, bis zum 30. 06.26 entsprechend zu handeln. Die Stabsstelle Klimaschutz und Nachhaltigkeit hat gemeinsam mit der SWK AG, der SWK Energie sowie der NGN für Krefeld das Dokument erarbeitet und darin festgelegt, welche Art der Wärmeversorgung für welche Bereiche im Stadtgebiet möglich wird. Und wo kommt künftig die Wärme her?
Der Hintergrund: Die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Gas und Öl soll reduziert und damit einhergehend der Ausstoß von CO2 vermindert werden. CO2 wird bekanntlich als Treibhausgas definiert und der vermehrte Anteil in der Atmosphäre ursächlich angesehen für die Klimaänderung.
„Die Wärmeplanung ist zunächst einmal kein Gesetz, das zum Umbau verpflichtet, sondern ein Kompass für die Bürgerinnen und Bürger. Wir sprechen hier nicht über Anschluss- und Benutzungszwang“, wird Beigeordnete Sabine Lauxen zitiert. „Die Wärmeplanung wirkt sich auch nicht auf die gesetzlichen Vorgaben aus, die für Gebäude und Heizungsanlagen in Deutschland gelten. Stattdessen wollen wir mit unserer Wärmeplanung den Krefelderinnen und Krefeldern Planungssicherheit geben. Denn wer weiß, ob in seiner Straße perspektivisch Fernwärme verfügbar ist, kann seine Sanierung besser planen.“ Die Entscheidung über die Heizungsart bleibe weiterhin bei den Eigentümern, heißt es. Die Wärmeplanung zeige lediglich die besten und in der Regel kosteneffizientesten und klimafreundlichsten Möglichkeiten vor Ort auf. Fernwärme ist da ein Angebot. Sie wird bekanntlich von der SWK bereitgestellt, die heute als Monopolist Netze betreibt, die ausgebaut werden können. Die Preisgestaltung für Fernwärme unterliegt dabei behördlicher und kartellrechtlicher Überwachung.
Für die Krefelder Wärmeplanung wurde zunächst eine Bestandsanalyse vorgenommen, wobei sich ein relativ alter Gebäudebestand, insbesondere im Stadtzentrum ergab mit hohem Sanierungsbedarf. Die Wärmeversorgung erfolgt aktuell in Krefeld fast ausschließlich fossil und in großen Teilen mit Erdgas oder Heizöl.
Der Anteil der Heizanlagen, in denen Erdgas, Flüssiggas oder Heizöl zum Einsatz kommen, an allen Feuerungsanlagen beträgt rund 64 Prozent. Aufgrund des angenommenen Alters der Anlagen geht die Planung davon aus, dass ein Austausch dieser Heizgeräte in vielen Fällen in den nächsten zehn Jahren ansteht. Grundsätzlich gibt es in Krefeld somit ein hohes Potential zur kurz- bis mittelfristigen Umrüstung auf andere Technologien.

Ergeben hat sich auch, dass rund 49 Prozent des Wärmebedarfs der privaten Haushalte entfalle, wenn es eine Vollsanierung geben würde. Das ist allerdings ein theoretischer Ansatz, denn viele Gebäude müssten dann abgerissen und neu gebaut werden, weil die Sanierungskosten wirtschaftlich nicht vertretbar sind.
Wer sich über die vorgelegte Wärmeplanung informieren möchte, dem steht ab sofort die Internetseite www.krefeld.de/waermeplanung zur Verfügung. Die Vorlage wird in Kürze mit der Nummer 618/26 im Ratsportal auf https://ris.krefeld.de/ einsehbar sein. Wer will kann bis zum 27.04. 26 eine Stellungnahmen an waermeplanung@krefeld.de senden.
Die nächsten Schritte sind in der entsprechenden Ratsvorlage definiert. Dabei geht es insbesondere um die Information und Beratung der Bevölkerung, z.B. über stadtweite Veranstaltungsformate und Webseiten sowie um die Sanierung städtischer Gebäude. Bei der SWK, SWK Energie und NGN geht es um die weitere Planung sowie den Ausbau und die Dekarbonisierung der Fernwärme. Zudem steht u.a. eine Machbarkeitsstudie für ein Wärmenetz Oppum-Bahnhof an.
Um die Theorie in die Praxis umzusetzen, hat die Stadt drei Fokusgebiete ausgewählt: das Zoo-Quartier, die Innenstadt-West und Hüls-West. Schon jetzt wird im Zoo-Quartier exemplarisch erprobt, wie die Beratung zur Wärmewende im Quartier am besten gelingen kann. Die Erkenntnisse daraus fließen später in die weitere Planung für das gesamte Stadtgebiet ein.