Die vier Wälle in Krefeld, die ab 1817 von Adolph von Vagedes geschaffen wurden, sollen ihrem ursprünglichen Stellenwert angenähert werden. Der Stadtplaner, der seine Ausbildung an der École polytechnique in Paris erhielt, wo sein Talent verwunderte, wie es in den Analen heißt, verwandelte bekanntlich Krefelder Stadtgräben in prächtige Boulevards.

Vagedes schuf etwas, was einige Jahrzehnte später in Wien Geschichte schreiben sollte. Am 20. Dezember 1857 ordnete dort Kaiser Franz Joseph I. die Schleifung der alten Stadtmauern an und die Errichtung einer Ringstraße, ein Boulevard an dem sich noch heute die prächtigsten Bauten befinden, welche die Donaumonarchie hervorbringen konnte.
Auch an den vier Wällen befinden sich noch ein paar prächtige Gebäude aus der deutschen Kaiserzeit, wenn auch die meisten von den Bomben, die im Zweiten Weltkrieg fielen, zerstört wurden.
Um die vier Wälle in Krefeld wieder zu dem zu machen, was sie einmal waren und was sie im 21 Jahrhundert sein können, wird bekanntlich im November ein europaweiter Planungswettbewerb ausgeschrieben. Darüber hat die Verwaltung in der Sitzung der Bezirksvertretung Mitte am 21. April informiert. Ziel des Wettbewerbs ist es, hochwertige Ideen und Gestaltungsprinzipien für die zukünftigen Boulevards auf den Wälle zu finden. Sie sollen zu einem „identitätsstiftenden urbanen Aufenthaltsbereich“ werden
Die Krefelder Innenstadt beheimatet bekanntlich einen in Deutschland einzigartigen Grundriss: Der von Adolph von Vagedes als Wallviereck angelegte Boulevard umrahmt den inneren Stadtkern und war früher ein Grün- und Flanierraum für die Bevölkerung der Stadt. So etwas soll es wieder geben, wobei zunächst der Westwall besonders aufgewertet wird.
Das durch den Rat beschlossene Leitbild „Mehr Stadt zum Leben“ gilt als dient der Innenstadtentwicklung. Zudem ist es Grundlage für die Beantragung von Städtebaufördermitteln, ohne die das Projekt nicht verwirklicht werden kann. Weitere Informationen zum Leitbild sind hier zu finden.
Das Beitragsbild ermöglicht einen Blick auf den Westwall, Foto: Pressestelle der Stadt Krefeld