Bei Generalintendanz Kontinuität

Nachdem das Theater Krefeld/Mönchengladbach die Nachfolge des Generaldirektors Musik geregelt hat – zur Vorberichterstattung geht es hier – ist nun die Nachfolge des Generalintendanten gesichert. Der Aufsichtsrat der gemeinnützigen GmbH hat sich für den jetzigen Schauspieldirektor Christoph Roos als Nachfolger von Michael Grosse entschieden. Nach fast zwei Jahrzehnten als Chef des Gemeinschaftstheaters geht der heute 64jährige Grosse in zwei Jahren in den Ruhestand. Eine Findungskommission mit Vertretern des Theaters, der beiden Trägerstädte, der Belegschaft und der Fördervereine hatte Christoph Roos, Jahrgang 1969, aus dem Bewerberfeld ausgewählt. Er soll nun ab September 2028 als Generalintendant und Geschäftsführer fungieren. Das wird der Stadtrat noch absegnen.

Der jetzige Schauspieldirektor Christoph Roos (2.v.r.) wird Michael Grosse nach dem Ende der Spielzeit 2027/2028 als Generalintendant des Gemeinschaftstheaters nachfolgen – hier zusammen mit Oberbürgermeister Frank Meyer (r.) und seinem Mönchengladbacher Amtskollegen Felix Heinrichs (l.). Foto: Stadt Krefeld, Presse und Kommunikation, D. Jochmann
 

Christoph Roos, Jahrgang 1969 und gebürtiger Düsseldorfer, ist dem Haus seit vielen Jahren eng verbunden. Er war häufig als freier Regisseur am Niederrhein tätig, bevor er 2022 in einem ungewöhnlichen Bewerbungsverfahren vom Ensemble des Hauses zum neuen Schauspieldirektor gewählt wurde. In der aktuellen Spielzeit inszeniert er unter anderem Bertold Brechts „Mann ist Mann“ sowie „Merlin oder Das wüste Land“ und „Sophia, der Tod und ich“. Auch beim Erfolgsstück „Pudelpunk Song Contest“ führte er Regie.

„Christoph Roos steht für Konstanz, weil er das Haus schon so lange kennt, aber auch für künstlerische Kreativität und Innovation“, wird Krefelds Oberbürgermeister Frank Meyer dazu zitiert. „Er hat in den vergangenen Jahren gemeinsam mit dem Ensemble eigene Stücke entwickelt, die gesellschaftlich etwas zu sagen haben, und beweist gleichzeitig ein Näschen für populäre Stoffe. Er wird unserem Theater guttun – gerade angesichts der Herausforderungen, die jetzt durch die Sanierung und die Ausweichspielstätte in Krefeld auf uns zukommen. Ich bin froh, dass wir eine so gute Lösung für unser Gemeinschaftstheater gefunden haben.“

„Die besonderen Herausforderungen eines Gemeinschaftstheaters sind für Christoph Roos kein Neuland. Das stimmt mich sehr zuversichtlich, dass er das Theater mit dem Blick für Bewährtes, aber auch mit Kreativität, Ideenreichtum und dem Mut zu neuen Wegen weiterentwickeln wird“, sagte Mönchengladbachs Oberbürgermeister Felix Heinrichs de Vernehmen nach zu dieser Entscheidung. „Diese Mischung bietet beste Voraussetzungen, um das bestehende Publikum weiterhin zu begeistern und zugleich neue Besucherinnen und Besucher für unser Theater zu gewinnen. Ich freue mich sehr darauf, die weitere Entwicklung unseres Gemeinschaftstheaters unter seiner Leitung zu begleiten.“

Christoph Roos wuchs in Krefeld auf. Als es soweit war, studierte er in Berlin Theater- und Filmwissenschaft, Germanistik und Religionswissenschaft, anschließend Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Von 1994 bis 1996 war er Regieassistent an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin. Seit 1996 arbeitete er als freier Regisseur, Übersetzer und Autor, inszenierte unter anderem am Staatsschauspiel Dresden, Nationaltheater Mannheim, Schauspiel Bonn, Theater Oberhausen, Grillo-Theater Essen und Staatstheater Oldenburg. Am Theater Krefeld und Mönchengladbach hinterließ er in dieser Zeit unter anderem mit Regiearbeiten wie „Menschenfeind“, „Der Besuch der alten Dame“ oder „Roberto Zucco“ seine künstlerische Visitenkarte. 2014 wechselte er als Oberspielleiter ans Landestheater Württemberg-Hohenzollern in Tübingen und Reutlingen, bevor er 2022 in seiner Heimatregion wieder sesshaft wurde.

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