Die Stadtverwaltung Krefeld möchte mit einer neuen Ausschreibung einen geeigneten Investor für das Stadthaus finden. Bekanntlich sind bisherige Bemühungen gescheitert.

Das Gebäude am Konrad-Adenauer-Platz, das von Egon Eiermann entworfen wurde und unter Denkmalschutz steht, sollte längst veräußert sein, damit es saniert wird und nicht weiter verfällt, was auch schon Unmut des Denkmalschutzes hervorrief. Mit zwei Interessenten, von denen mindestens einer schon zugesagt hatte, kam man aber nicht zurande. Daraus, heißt es, habe man aber gelernt. Mit der Entscheidung, nun nach mehr als vier Jahren ein neues Verfahren zu beginnen, sollen weitere Optionen für die adäquate künftige Verwendung des Gebäudes eröffnet werden.
Zwischen der bisherigen und der verwaltungsseitig geplanten neuen Ausschreibung gibt es einen entscheidenden Unterschied: Während im Jahr 2021 eine Wohnnutzung ausgeschlossen war, ist die Verwaltung inzwischen zu einer veränderten planungsrechtlichen Einschätzung gelangt. Neben Büros, Einzelhandel, Gastronomie und weiteren gewerblichen Nutzungen soll unter Einhaltung bestehender Rahmenbedingungen wie Brandschutz, Belüftung und Denkmalschutz auch Wohnen im Stadthaus möglich sein, ebenso wie die etwaige Einrichtung eines Hotels. Dies verbessert mutmaßlich die Grundbedingungen für einen Investor und schafft zusätzliche Gestaltungsoptionen.
Mit Hilfe der neuen Ausschreibung will man zudem Rechtssicherheit schaffen. Die Gewissheit zu zulässigen Nutzungen sowie konkret zu erwerbenden Flächen und baulichen Anlagen schafft Klarheit über die entsprechenden Vertragsangelegenheiten. Aus diesem Grund werden auch Nebengebäude wie die Fahrradhalle und der sogenannte „Müllbunker“ mit in die Ausschreibung einbezogen, da sie zum Gesamtensemble gehören. Darüber hinaus können die im ersten Verfahren erarbeiteten vertraglichen Rahmenbedingungen zum Sanierungsumfang, zu Fristen, Bürgschaften und weiteren Themen auch im zweiten Anlauf genutzt werden. Eine weitere zeitliche Verzögerung entsteht somit nicht.
„Die neue Ausschreibung bedeutet für Investoren einen Perspektivwechsel“, wird Deike Herrmann, Leiterin des Fachbereichs Vermessung, Kataster und Liegenschaften zitiert. „Eine schwerpunktmäßige Wohnnutzung, kombiniert mit Freizeit-, Mobilitäts- und Servicelösungen, erhöht die gesellschaftliche Bedeutung des Objekts. Es geht darum, architektonische Identität mit moderner Infrastruktur zu verbinden und so eine zukunftsfähige Nutzung für das Gebäude zu finden.“
Durch die aktuellen Entwicklungen im Quartier Westpark in unmittelbarer Nachbarschaft – der Bau der neuen Rheinlandhallen und die anschließenden Neubauten im Umfeld – erfährt auch die unmittelbare Umgebung nochmals eine Aufwertung. Auf dem Gelände der alten Eishallen sollen moderne Wohnungen, eine Kindertageseinrichtung und ein Seniorenzentrum entstehen.
Der Stadtrat soll am 5. November in nicht-öffentlicher Sitzung sich zu einer erneute Ausschreibung äußern und gegebenenfalls zustimmen. Zuvor wird das Thema im Betriebsausschuss des Zentralen Gebäudemanagements und im Bau- und Planungsausschuss beraten. Danach soll das zweite Bieterverfahren so schnell wie möglich an den Start gehen.
Der Klick zur Vorberichterstattung