Blumenkaufen stirbt aus

Die Sitte, mit einem Blumenstrauß jemanden oder sich selbst eine Freude zu machen, ist vom Aussterben bedroht. Die nordrhein-westfälischen Privathaushalte gaben 2020 im Schnitt monatlich 12,-€ für Blumen aus; das waren 0,5 % ihrer gesamten Konsumausgaben. Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt hat sich anlässlich des Valentinstags (14.02.22)  mi dem Thema beschäftigt und herausgefunden, dass in zwei von drei Haushalten (68,9 %) im Jahr 2020 überhaupt Blumen gekauft wurden. Dabei geben Haushalte, in denen Paaren leben, 15,- € Euro pro Monat für Blumen aus. Die übrigen Haushalte 10,- €  Drei von vier Paarhaushalten (74,1 %) gaben an, überhaupt Blumen gekauft zu haben. Die übrige Haushalte: 65,0 %.

Die Preise für Pflanzen und Blumen waren in Nordrhein-Westfalen im Januar 2022 um 10,8 % höher als ein Jahr zuvor; die Verbraucherpreise insgesamt sind im selben Zeitraum um 5,1 % gestiegen. Auch in den vergangenen sechs Jahren haben sich Pflanzen und Blumen überdurchschnittlich verteuert: So stiegen die Preise für Pflanzen und Blumen in NRW zwischen 2015 und 2021 um 16,7 % und damit stärker als die Verbraucherpreise insgesamt (+9,2 %).

Das hört sich viel an, ist es aber nicht: 23 653 Tonnen frische Rosen (besonders rote, sind etwas, was Damen früher und am Valentinstag gerne in großen Stückzahlen entgegen nahmen) im Wert von 137,8 Mio. € wurden im Jahr 2020 nach Nordrhein-Westfalen importiert. Dabei ist Holland der wichtigste Lieferant. 19 696 Tonnen kam daher, was einem Anteil von 83 % am gesamten Schnittrosenimport darstellt. Nun sollte man nicht meinen, dass das alles aus holländischen Gewächshäusern kommt, nein die Niederlade importieren aus aller Welt und haben den größten Umschlagplatz für Blumen in Europa in Aalsmeer, ein Ort vor den Toren Amsterdams. Einige Länder exportieren auch direkt nach NRW, nämlich Kenia (2 662 Tonnen) und Äthiopien (577 Tonnen).

Auch der Beruf einer Blumenverkäuferin ist vom Aussterben bedroht. Eine Ausbildung als Florist oder als Floristin absolvierten in NRW im Jahr 2020  417 Personen (das lässt sich in % von allen nicht mehr ausdrücken), 23 % weniger als fünf Jahre zuvor (2015: 540). Diesen Ausbildungsberuf erlernen überwiegend Frauen: 94,4 % der Auszubildenden in diesem Beruf waren im Jahr 2020 weiblich.