Mehr Geld für die Kultur

Die Stadt Krefeld will die Zuschüsse für die freie Kulturszene deutlich erhöhen. Vereine und Institutionen, die bislang eine jährliche Förderung des Kulturbüros erhalten haben, sollen künftig bis zu 40 Prozent mehr Geld bekommen. Konkret betrifft das mehr als 20 Vereine, Veranstaltungsstätten, Ausstellungsorte, Theater und andere Akteure im Kulturbereich. Die Zuschusshöhe wird auf Antrag für jeweils drei Jahre festgeschrieben. Wenn der Kulturausschuss das Gesamtpaket in einer Sondersitzung am Donnerstag, 11. April, beschließt, wird die Neuverteilung der Zuschüsse in den Haushaltsplan 2024/2025 aufgenommen.

OB und Kulturdezernet Frank Meyer

„Krefeld steht für eine reiche und vielfältige Kulturszene“, wird Oberbürgermeister und Kulturdezernent Frank Meyer zitiert. „Neben den städtischen Instituten tragen vor allem die freien Bühnen, Konzertsäle, Ausstellungsorte, Künstlergemeinschaften und Vereine zur Lebendigkeit des Stadtlebens bei. Die freie Szene ist für uns unverzichtbar. Diese Aussage darf sich nicht auf Sonntagsreden beschränken, sondern muss auch im konkreten Handeln zum Ausdruck kommen. Deshalb schlagen wir vor, eine dauerhafte Erhöhung der Zuschüsse festzuschreiben.“

Neben der institutionellen Förderung für die bewährten Vertreter der Kulturszene oll auch die Projektförderung anwachsen. Von 2024 bis 2026 soll sie schrittweise von 42.500 € auf 92.500 € steigen. Dieser Betrag ist innerhalb des Systems die „freie Spitze“, um kreative Ideen und innovative Projekte zu fördern. „Die freie Szene unserer Stadt hat zum Glück viele langjährige Akteure, die über Jahre und Jahrzehnte bewiesen haben, dass sie das kulturelle Leben unserer Stadt bereichern“, sagt der OB. „Doch die Kulturszene ist kein starres Konstrukt. Sie lebt ja gerade davon, dass Menschen immer wieder neue Ideen und Konzepte entwickeln. Damit wir hier als Stadt unbürokratisch und flexibel unterstützen können, war mir die Projektförderung besonders wichtig.“ Die Vergabe der Gelder erfolgt durch eine fachkundige Jury.

„Kultur braucht Bewegungsfreiheit und kreativen Spielraum“, betont Heinrich Rungelrath, Vorsitzender des Krefelder Kulturrats. „Diese Freiheit hat immer auch mit finanziellen Möglichkeiten zu tun, weil Künstler, Musiker und andere Kreative ein Anrecht auf angemessene Bezahlung haben. Wir begrüßen deshalb die Pläne der Stadt Krefeld, die Förderung der freien Szene dauerhaft zu erhöhen und auf diese Weise mehr Spielraum für Kunst und Kultur zu schaffen.“ Im Kulturrat sind neben den Fördervereinen städtischer Kulturinstitute auch zahlreiche Vertreter der freien Szene in Krefeld organisiert.

Die jetzt geplante dauerhafte Erhöhung der Zuschüsse geht in Teilen auf die Zeit zurück als durch die Coronamaßnahmen Künstler, Kreative und Kulturschaffende  – nicht nur die – in existenzielle Not gerieten. Unter dem Motto „Wir müssen reden“ riefen sie Verwaltung und Politik an einen Tisch, um Möglichkeiten schneller Hilfestellung zu diskutieren.

Daraus erwuchs erstmals im Jahr 2020 der Kulturhilfsfonds, der seitdem Jahr für Jahr fortgeschrieben wurde. Das Geld aus diesem Fonds wird nun zusammen mit weiteren Haushaltsmitteln dauerhaft ins System der Kulturförderung integriert. Alles in allem entsteht auf diese Weise eine Steigerung von bislang 430.000 € auf zunächst 630.000 €, ab 2026 dann 680.000 € für die freie Szene.

Im Begleitbeschluss zum Haushalt 2021 war die Verwaltung beauftragt worden, ein Konzept zur künftigen Förderung der Kulturszene vorzulegen. Das Büro „Stadtart“ aus Dortmund hatte daraufhin eine wissenschaftliche Erhebung vorgenommen, deren Ergebnisse im Mai 2022 präsentiert wurden. Darin wurde eine Überarbeitung des Fördermittelkonzepts ausdrücklich empfohlen. Um der Relevanz der freien Kulturszene in der Stadt Rechnung zu tragen, müsse sich diese Relevanz auch in den städtischen Zuschüssen dauerhaft widerspiegeln. „Um diesem Ziel gerecht zu werden, ist die geplante Erhöhung der Zuschüsse ein wichtiger Schritt“, sagt der Oberbürgermeister. „Wir wollen auch künftig eng mit Vertretern der freien Szene im Gespräch bleiben, um weitere Möglichkeiten der Unterstützung auszuloten.“.

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