Gegen 20 Uhr, gestern Abend, am 19.04.26, brandete Jubel auf im Foyer des Rathauses am Von-der-Leyen-Platz. Zu diesem Zeitpunkt stand fest: Mit einer Mehrheit von fast zwei Dritteln der Stimmen haben Walberechtigte in Krefeld dafür gestimmt. dass in der Stadt Olympische Spiele im Jahr 2036, oder 40 oder ’44 stattfinden können.

Nach Auszählung der 50 Stimmbezirke sprachen sich 64,41 % für eine Teilnahme aus, 35,59 % warendagegen. „Das klare Ja zu Olympischen und Paralympischen Spielen in Krefeld macht mich froh und ein bisschen stolz“, sagte Oberbürgermeister Frank Meyer, der die Auszählung am Sonntagabend im Rathausfoyer verfolgte. „Wir sind eine Sportstadt, waren schon oft gute Gastgeber für nationale und internationale Events. Diese Grundhaltung zeigt sich auch im Ergebnis der Abstimmung. Der Traum von Olympia lebt weiter – und Krefeld ist dabei.“ Die Wahlbeteiligung beim ersten Ratsbürgerentscheid der Stadtgeschichte lag bei 27,73 Prozent, was natürlich nicht sonderlich viel war, aber das Quorum wurde deutlich erreicht
Auch in den anderen beteiligten Städten fiel das Ergebnis positiv aus, lediglich Herten verpasste das Quorum. In Köln ging das Rennen knapper aus. 57,38 der abgegebenen Stimmen waren dafür, 42,61% dagegen. Und die Wahlbeteiligung lag bei 39,6%, so hoch, wie in wenigen Städten.
Seit dem offiziellen Kampagnenstart im Januar hatte die Staatskanzlei NRW gemeinsam mit den beteiligten Kommunen offensiv für „Unsere Städte. Unsere Spiele“ geworben. Mit Köln als international bekannter „Leading City“ will man ins Rennen gehen – und wirbt unter anderem mit 14 Millionen Tickets, kurzen Wegen und einem konsequenten Bekenntnis zur Nachhaltigkeit mit 100 Prozent bestehenden und temporären Sportstätten. Ob dieses Konzept auch den Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) überzeugt und sich die Region Rhein-Ruhr gegen die Mitbewerber Berlin, Hamburg und München durchsetzen kann, erweist sich Ende September. Dann wird entschieden, mit welcher der vier Bewerbungen Deutschland international ins Rennen geht.
Im Krefelder Rathausfoyer herrschte nach Auszählung der Stimmen ausgelassene Stimmung. Medaillengewinner Anne Poleska und Steffen Driesen sowie die junge Ruderin Victoria Mertens verfolgten die Auszählung der Stimmen. „Liebe Victoria“, sprach Frank Meyer die Nachwuchssportlerin direkt an, „ich wünsche dir von ganzem Herzen, dass du eines Tages als unsere Olympiahoffnung an den Start gehen kannst und die Menschen aus Krefeld dann nur über den Rhein fahren müssen, um dich in Duisburg um Medaillen kämpfen zu sehen… .“
Das Endergebnis stand gegen 20.50 Uhr fest. Rund 400 Wahlhelferinnen und Wahlhelfer hatten im Berufskolleg Vera Beckers für eine reibungslose Auszählung von 48.639 Stimmen gesorgt. Das notwendige Quorum – die Zahl der Ja-Stimmen musste mindestens zehn Prozent der gesamten Wahlberechtigten ausmachen – wurde somit klar erreicht. Die Zahl der Ja-Stimmen im vorläufigen Endergebnis 31.258.
Sollten die Olympischen und Paralympischen Spiele an Rhein und Ruhr Realität werden, wäre Krefeld bekanntlich Austragungsort der Sportrten Taekwondo und Rollstuhlrugby in der Yayla-Arena.