Wie der Einzelhandel sich hilft

Der Monat November hat für den Einzelhandel in NRW seit 2015  kontinuierlich an Bedeutung gewonnen. Gemessen am realen Umsatz ist er der zweitstärkste Monat des Jahres. 2020 fiel der Novemberumsatz um 7,7 Prozent höher aus als der Jahresdurchschnitt.  Ob er dieses Jahr noch einmal zulegt, ist nicht gewiss, aber er wird sicher nach dem Dezember der umsatzstärkste bleiben. Wie Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt anlässlich des Black Fridays und des Cyber Mondays (26. bzw. 29.11.21) mitteilt, ist Umsatztreiber der Versand- und Internethandel. Während im November 2015 der reale Umsatz in diesem Wirtschaftszweig um 11,6 Prozent höher war als im Jahresmittel, war dies ein Jahr später 21,6 Prozent mehr. Im November 2020 lag der Umsatz in diesem Bereich um 28,0 Prozent über dem entsprechenden Jahresdurchschnitt.  

Auch der Abstand der Novemberumsätze zum traditionell umsatzstärksten Verkaufsmonat Dezember konnte im NRW-Einzelhandel in den letzten Jahren sukzessive verkürzt werden: Während im November 2015 der preisbereinigte Umsatz um 15,2 Prozent unter dem des Dezembers lag, war der reale Umsatz im November 2020 nur noch um 4,9 Prozent niedriger als im Dezember vergangenen Jahres.  

Bekanntlich ist der „Black Friday“  eine Erfindung der US-Amerikaner, die ihn am Freitag nach dem „Thanksgiving Day“ postulierten. Dieser ist dort ein staatlicher Feiertag und wird am vierten Donnerstag des Monats November gefeiert 

Das hat der stationäre Einzelhandel aufgenommen und kurbelt die Verkäufe mit Rabattaktionen an. „Cyber Monday“ veranstaltet der Onlinehandel. Er ist am Montag nach dem Black Friday und liegt zwischen dem 26. November und 2. Dezember. 

Die Statistiker weisen darauf hin, dass es sich bei den hier dargestellten Zahlen um nicht kalenderbereinigte Werte einer monatlich durchgeführten Konjunkturstatistik handelt. Die Einflüsse einer veränderten Anzahl von Werktagen in den einzelnen Monaten und die Bedeutung von Aktionstagen sind mit den vorliegen Daten nicht zu erfassen. Es dürfte sich um Annäherungswerte handeln. Sie dokumentieren allerdings eindeutig den Vormarsch des Online-Handels, der auf Kosten des stationären sich ausbreitet.

Dem schaut die Wirtschaftspolitik nahezu tatenlos zu. Anstatt den stationären Einzelhandel von bürokratischen und fiskalischen Hemmnissen zu entlasten und ihm eine auskömmliche Rendite zu ermöglichen, gibt es immer neue Auflagen, veröden die Innenstädte in den kleinen Großstädten und mittleren Kommunen, weil Leerstände nicht mehr enden. 

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