Wie man sein Geld los werden kann

Wenn es nicht der Polizeibericht der Kreispolizeibehörde Viersen wäre, man könnte glauben, nachfolgende Story sei eine aus Tausend und Einer Nacht. Am Dienstagabend (30.07.19) erhielt eine Seniorin, wohnhaft auf der Rahser Straße, gegen 20 Uhr, den Anruf eines angeblichen Polizeibeamten. Der Anrufer machte der Dame Angst, in dem er behauptetem dass bewaffnete Täter sich in ihrer Nähe befänden. Sie solle sofort ihre Rollos herunterlassen und Fenster und Türen abschließen. Er erklärte, dass die Kriminellen es auf Gold und Geld abgesehen hätten und forderte die Viersenerin auf, ihren Schmuck und Bargeld in eine Tüte zu packen und vor der Haustür abzulegen. Dort würde die Polizei die Wertgegenstände abholen und sichern. Die Seniorin leerte ihren Safe und stellte Schmuck und einige Hundert Euro, wie angeordnet, vor der Tür ab. Am Mittwochmorgen riefen Mitglieder der Bande die ältere Dame erneut mehrfach an. Dieses Mal erklärten sie, dass Mitarbeiter der Sparkasse in kriminellen Machenschaften verwickelt seien. Sie forderten die Frau auf, ihr Bargeld von der Sparkasse abzuholen und gaben ihr Anweisungen, dass sie bei der Sparkasse erzählen sollte, dass sie das Geld für den Autokauf ihrer Tochter benötige. Die Auszahlung betrug mehrere Tausend Euro. Durch mehrfache weitere Anrufe veranlassten sie die Seniorin letztendlich, die Bargeldsumme verpackt in einer Tüte, unter den Vorderreifen eines vor dem Haus geparkten Autos zu legen und neuerlich ihre Rollläden zu schließen.

Da der versprochene Anruf der Polizei zwecks Rückgabe der sichergestellten Wertgegenstände ausblieb, rief die Seniorin bei der hinterlassenen Rufnummer an, die nicht existent war. Da bemerkte sie, dass sie Opfer einer Straftat geworden war und erstattete soeben Strafanzeige.

Einmal mehr warnt die Polizei: Wir rufen Sie nicht zu Hause an, machen Ihnen keine Angst und stellen auch nicht Ihre Wertsachen sicher! Händigen Sie niemals Geld oder Wertsachen an Fremde aus! Rufen Sie bei derartigen Anrufen bitte mit einem anderen Telefon (Handy/Nachbar) die richtige Polizei mit der Nr. 110 an und schildern Sie, was von Ihnen verlangt wird. Bitte warnen Sie Ihre älteren Verwandten vor den miesen Tricks der Kriminellen.

Sollte es Hinweise auf die Geldabholer auf der Rahserstraße am Dienstagabend und Mittwochmittag geben, erbittet die Polizei diese. Wählen Sie die Rufnummer 02162/377-0!