Zum Wandel der Mediennutzung

Die neueste Allensbacher Markt- und Werbeträgeranalyse (AWA), im Hamburg vorgestellt, liefert Erkenntnisse über den Wandel der Mediennutzung und die Skepsis gegenüber den neueren.

Wie die Analyse der Leserzahlen von Zeitungen und Zeitschriften zeigt, verliert die große Mehrheit der Titel an Interesse. Warum das so ist? Die AWA sagt, 60% der Bevölkerung ab 14 Jahren meint, es sei heute wesentlich leichter, sich zu informieren und einen guten Überblick zu bekommen.

Das kann ja dann nur an den neue Medien liegen.

54% nutzen das Internet mittlerweile „ständig, fast die ganze Zeit, mehrmals täglich”. Vor zehn Jahren waren es 19%, die „einmal am Tag, mehrmals in der Woche”-Nutzer lagen da noch vorn. Verantwortlich für diese Entwicklung sind Smartphones. 66% der Bevölkerung nutzt das Internet mittlerweile damit, bei den 14- bis 29jährigen sind es sogar 92%.

Die klassischen Newsmedien, also TV, Print und Radio haben beim Thema Nachrichten noch einen Vorsprung: In der Gesamtbevölkerung liegt der Anteil der, die Nachrichten ausschließlich in den klassischen Medien nutzen, mit 64% weiterhin deutlich vorn. Sie sterben aber aus. Die 60jährigen und Ältere konsumieren ihre Nachrichten zu 86% ausschließlich klassisch.

Soziale Netzwerke spielen beim Informationsverhalten insgesamt weiter eine untergeordnete Rolle: Nur 14% der Bevölkerung informieren sich „häufiger dort über das aktuelle Geschehen” in der Welt, weitere 16% zumindest „gelegentlich”. Selbst bei den Nutzern sozialer Netzwerke verzichten 32% darauf, sich dort zu informieren, nur 28% tun das häufig:

Ein Grund dafür, dass so viele die Social Networks nicht zur Informationsbeschaffung nutzen, liegt in der sehr differenzierten Meinung über die Plattformen. So sagen 61% der Nutzer von mindestens einem Netzwerk, man finde „dort verschiedene Perspektiven, verschiedene Meinungen zu einem Thema”, doch gleichzeitig sagen 62%, die Diskussionen dort seien „oft unsachlich und aggressiv”. Zudem finden 54% „viele der Informationen, die man in sozialen Netzwerken findet, unglaubwürdig”. Und 50% sagen, dort werde gezielt falsche Informationen verbreitet.

Das ist ein erstaunlicher Einblick in die Medienkompetenz.

Eine Nachricht, die Zeitschriftenmacher und deren Vermarkter interessiert: Diejenigen, die Magazine lesen, tun das offenbar immer intensiver. So stieg die Zahl der, die sagen: „Zeitschriften, die mich interessieren, lese ich meistens sehr gründlich, gerade auch die längeren Artikel” in den vergangenen vier Jahren von 35% auf 40% an, diejenigen, die sagen „Wenn ich Zeitschriften lese, mache ich nichts nebenher” haben sich vermehrt, von 32% auf 37%.

Das umfangreiche pdf der Präsentation liegt der Redaktion vor und kann angefordert werden.