Der Schwenk vom Schwenk

Während sich einige Leute Gedanken machen, ob es nicht neuartige Methoden gibt, das Infektionsgeschehen um das Corona-Virus einzudämmen, sind andere nach wie vor der Meinung, Abschottung, Kontaktunterbindung und deren strenge Überwachung sei das alleinige Heilmittel, so Armin Laschet bei dem gestrigen Besuch eines Impfzentrums in seiner Heimatstadt Aachen und damit wieder auf die Linie einschwenkend, die zuvor von der Bundeskanzlerin vorgegeben war. Harten Brückenlockdown nannte er das, Satiriker meinen, das sei ein Brückenschlag zu Angela Merkel, die zuvor Bundeskompetenz ins Spiel gebracht hatte, um das Ruhigstellen von Gesellschaft und Wirtschaft durchzusetzen zu wollen, assistiert von Markus Söder, der sich wie Laschet um die Nachfolge der Bundeskanzlerin bewirbt.

Während so der Ministerpräsident von NRW neue Ziele in Berlin anstrebt hat er seinen Wirtschaftsminister in Düsseldorf, Prof. Dr. Andreas Pinkwart, wenn nicht angewiesen, so doch gewähren lassen, auszuloten, ob es nicht andere Möglichkeiten gäbe, Corona in den Griff zu bekommen. Wie gestern hier ausführlich berichtet, haben die Bürgermeister von Krefeld und Mönchengladbach ihre Verwaltungen angewiesen, sich als „Modelkommunen“ für so was zu bewerben. 

Während es gestern noch so aussah, als habe Laschet seinen Schwenk zuvor mit der Bundeskanzlerin abgesprochen und sich zumindest die Mehrzahl der anderen 15 Länderchefs für seine neue Idee gewonnen, so sieht das heute anders aus, lediglich Daniel Günther in Kiel und Volker Bouffier in Wiesbaden zeigen sich aktuell von Laschet überzeugt, während Tobias Hans in Saarbrücken noch für diese Wochen umfangreiche Öffnungen von Gastgewerbe und Handel ankündigt und Malu Dreyer in Mainz das schon vor Ostern eingeläutet hat.

So kann denn aus den „Modelkommunen“ Krefeld und Mönchengladbach noch was werden.